Ich bin wieder nach Florenz gekommen!! Und wie…
Also, diesmal ging mein Flug über Stuttgart; leider war auch die einzige verfügbare Flugkombination an diesem Tag wieder sehr knapp berechnet, da fürchtete ich mich nach meinen Erfahrungen beim letzten Mal schon vor einem “già visto”
… aber das sollte nicht das Problem sein. Erst einmal schien alles wunderbar zu funktionieren (abgesehen davon, dass ich sehr spät dran war wegen Gewichtsproblemen): Der erste Flug wurde die ganze Zeit als pünktlich angezeigt, ich habe trotz langer Schlange den Check-In noch rechzeitig geschafft und konnte mich sogar noch 5 Minuten lang verabschieden. Mit dem Bus wurden wir dann zur Maschine gefahren (Propeller-Maschine, seeehr geräumig und leise) – und dann standen wir etwa 15 Minuten im picke-packe-vollen Bus mit immer schlechter werdender Luft, weil das Flugzeug noch betankt werden musste (gehört das nicht in so einen Zeitplan hinein?)! Nun ja, letztendlich war die Zeit zum nächsten Flug dann noch viel knapper, ich hatte (theoretisch) nur 10 Minuten, um an einem unbekannten Flughafen Gate 331 (!!) zu finden. Das ging aber dann erstaunlich schnell, und alles hat perfekt geklappt… und dann kam und kam die Durchsage für meinen Flug nach Florenz nicht! Wenigstens konnte ich noch in Ruhe etwas essen und trinken, und die Aussicht genießen… bis wir endlich wieder von einem Bus abgeholt wurden – und wieder zum gleichen Flieger gefahren wurden! Ich möchte dabei noch anmerken, dass ich beim Ausstieg meinen gerade ausgeladenen Koffer auf so einem Wagen gesehen habe…
Diesmal durften wir wenigstens sofort einsteigen. Bloß passierte danach sehr lange gar nichts. Bis uns nach etwa 20 Minuten mitgeteilt wurde, dass es technische Probleme mit dem Flugzeug gibt, sodass wir mit diesem auf gar keinen Fall fliegen könnten (das, mit dem ich kurze Zeit vorher geflogen bin!); nun musste noch die Firma mitteilen, ob der Flug storniert wird oder wir in eine andere Maschine umsteigen können. Nach wiederum einer halben Ewigkeit kam dann wenigstens die erfreuliche Nachricht, ja, der andere Flieger steht “bereit”. Dies hieß zwar, dass er noch lange vorbereitet werden musste… aber die paar Minuten machten dann auch nichts mehr aus, ich war bloß froh, überhaupt nach Florenz zu kommen.
Dort angekommen, hatte ich mich gerade entschlossen, mit dem Bus zum Appartement zu fahren, da ich ja diese wunderbare Buslinien-Karte von Florenz habe – nur leider noch zu Hause in Deutschland, wie ich dann feststellte. Und wieso sollte mein Appartement auch auf der normalen Florenz-Karte sein, die ich von meiner Organisation bekommen habe? Ich habe mir ja nicht gewünscht, möglichst zentral zu wohnen oder so… Trotzdem habe ich es dann gewagt, statt des teuren Taxis erst einmal den Shuttle-Bus vom Flughafen zum Hauptbahnhof zu nehmen (bei meiner letzten Fahrt mit so einem Bus war dieser ein “richtiger” Reisebus, wo man die Koffer unten drunter packen konnte, aber jetzt so in der Nebensaison ist das wohl nicht mehr nötig, diesmal war es bloß ein normaler Linienbus; die sind in Florenz sowieso so ökonomisch eingerichtet, und da diesmal jeder einen Koffer bei sich hatte, war eben nur jeder 2. Platz besetzt… egaaal).
Am Hauptbahnhof angekommen, wollte ich auf Nummer sicher gehen und zu einer mir bekannten Haltestelle der richtigen Linie (die Nummer hatte ich zum Glück behalten) laufen, wo ich auch wusste, in welche Richtung ich den Bus nehmen muss. Also bin ich (mit meinem riesigen Koffer) durch die ja so ebenen, breit-bürgersteigigen und menschenleeren Straßen der florentiner Innenstadt gelaufen, in eine Richtung, die mir bekannt vorkam. Bis ich nach einer Viertelstunde wieder… am Hauptbahnhof stand. So viel zu meinem Orientierungssinn! (Vielleicht kann ich deswegen ganz gut Karten lesen, ohne würde ich vermutlich nicht überleben
)
Da meine beiden Arme schon um das doppelte verlängert waren, hab ich dann aufgegeben den Weg zu suchen, und habe stattdessen die Haltestelle meiner Linie am Hbf gesucht. Dazu muss man wissen: In Florenz fahren quasi alle Linien über den Hbf, deswegen gibt es dort auf dem Platz (leider nicht eine Straße, sondern eine riesige Kreuzung) überall verteilt Haltestellen, und auch in unlogische Richtungen: Meine Linie beispielsweise fährt eigentlich in Richtung Süden, doch ist dafür auf der “falschen” Seite. Deswegen stand ich auch erst an der falschen Haltestelle, bis mir nach ein paar Minuten der richtige italienische Satz eingefallen ist, um nach der richtigen Richtung zu fragen… also ab auf die andere Seite der Kreuzung, wieder suchen.
Zum Glück musste ich dann auf den Bus nicht lange warten; das einzige Problem war, an ein Ticket zu kommen, denn die verkauft der Busfahrer, aber das ist längst nicht so praktisch gedacht wie in Deutschland: es gibt selbstverständlich keine technischen Geräte bei der ganzen Sache, und man steht quasi in der Tür um überhaupt daran zu kommen. Ich hatte dann ja nur noch meinen kleinen Koffer, meine Winterjacke und einen großen Rucksack, in dem irgendwo mein Portemonnaie vergraben war, dabei. Aber auch das hat erstaunlicherweise funktioniert. Auf der seeehr langen Busfahrt (etwa eine halbe Stunde) musste ich zwar immer aufpassen, dass mein Koffer (mit 4 Rollen) mir nicht entschwindet (es gab natürlich keinen Sitzplatz mehr) und mein Rucksack und meine Jacke nicht vom Koffer fallen – ich sage nur italienischer Fahrstil.
Und jetzt zur Raterunde: Ich hatte ja meine tolle Karte vergessen und wusste nicht, wo ich aussteigen muss, nur hatte ich noch in etwa im Kopf, in welche Richtungen ich abbiegen musste. Irgendwann, ich war ja schon erschreckend lange gefahren, dachte ich, vielleicht solltest du lieber mal aussteigen, eh du dich in der nächsten Stadt wiederfindest… aber als ich dann auf der Straße stand, wusste ich ja nicht, wo ich mich befand! Also schonmal ein wenig das Handy-Guthaben strapazieren… und diesmal hatte ich wirklich sehr viel Glück: Ich war genau an der richtigen Haltestelle ausgestiegen
, und ich war nur noch ein paar Schritte vom Appartement entfernt.
Die letzte Überraschung kam dann, als ich meinen Koffer und mich die Treppe zu meinem Appartement hochschleppte: Dort erwartete mich niemand anderes als eine ehemalige Lehrerin aus der Scuola Toscana von mir
! Bei ihr und noch mit einer Italienerin und einem Engländer zusammen wohne ich jetzt, und kann den ganzen Tag italienisch sprechen
!
« Abschied oder: tipico italiano! Nachtrag: Firenze Runde 2 »

