Archive for Juli, 2010


il tempo

bedeutet “das Wetter”… in den letzten Tagen nicht gerade italienisch!! Besonders gestern war es sehr unangenehm: Über den Tag verteilt immer wieder heftiges Gewitter, es hat wie aus Eimern geschüttet und das Gewitter schien immer direkt über mir zu sein, Blitz und Donner kamen immer fast gleichzeitig! Das erste Problem war, an mein Mittagessen zu kommen: Es sind zwar nur ca. 10m zwischen unserer Schule und “Oibò”, aber durch den heftigen Regen wäre ich definitiv sofort pitschnass gewesen (ich hatte natürlich eine kurze Hose, ein T-Shirt und Flip-Flops an und keinen Regenschirm dabei). Deswegen stand ich dann ungefähr eine Viertelstunde in der Vorhalle des Schulgebäudes, bis es endlich wieder nur normal geschüttet hat, da bin ich dann schnell rübergerannt. Weil ich nur ein Panino gegessen habe, saß ich auch bei Oibò eine Weile gelangweilt herum, denn es hatte wieder angefangen, so dicht zu regnen, dass man kaum 50m weit sehen konnte. Schließlich habe ich wieder eine Chance genutzt, nur halb durchnässt zu werden, und ich hatte sowieso 6 Stunden Zeit zu trocknen, da ich die ganze Zeit in der Schule sitzen würde: Denn dieses Wochenende reisen leider schon 4 Schülerinnen aus unserem Kurs wieder nach Hause oder sonstwohin, und daher haben wir uns für den Abend zum Abschieds-Pizza-Essen verabredet.

Als es dann Zeit wurde, dorthin aufzubrechen, hat es in dem Moment zum Glück nicht geregnet, doch da alle (sehr unebenen) Straßen von Florenz noch nass waren, bin ich etwas eiernd und in Schlagenlinien (nicht betrunken!) – um nicht die Straßen auf meine Art zu reinigen, indem meine Flip-Flops den ganzen Dreck auf meinen Beinen parken – in Richtung Pizzeria gelaufen – naja, dachte ich zumindest. Ich wusste nämlich nur den Straßennamen und dass ich hinter unserer Schule links abbiegen muss. Nun ja, daher bin ich eben bei der erstbesten Möglichkeit links abgebogen und diese Straße vom einen zum anderen Ende etwa 3 Mal auf- und abgelaufen und bin sogar in einige Seitenstraßen abgebogen und habe überall nach diesem Straßennamen gesucht… und ihn natürlich nicht gefunden. Also habe ich versucht, eine Freundin anzurufen, und sie beim 4. Mal erwischt – und erfahren, dass es natürlich NICHT in der ersten Straße links hinter unserer Schule war! Schließlich habe ich sie dann gefunden (4. links) und bin an zig Pizzerien, Bars und Restaurants vorbeigelaufen, die aber alle den falschen Namen hatten, und als ich fast am Ende der Straße angekommen war, habe ich beschlossen, wieder zurück zu gehen, weil ich dachte, ich wäre vielleicht doch vorbei gelaufen. Aber Gott sei Dank hörte ich genau in dem Moment jemanden meinen Namen rufen – ich stand fast direkt vor der Pizzeria, wo auch die meisten schon auf mich warteten…

Naja, dann kam aber der beste Teil des Tages, denn das Essen war superlecker (natürlich habe ich mir Pasta bestellt), und die Gesellschaft war auch nicht zu verachten ;-) .

Und dann kam der schlimmste Teil des “Tages”: Nach dem Essen (um etwa 23h) machte man sich dann auf den Nachhauseweg, und ich habe mich schon gefreut, dass ich nur etwa 15 Minuten von der Bushaltestelle entfernt war und der Regen hatte auch aufgehört – perfekt. Allerdings hat es noch nicht einmal 5 Minuten gedauert, bis es wieder anfing zu gewittern, als ich gerade auf den Platz am Dom lief, und die Blitze waren wieder direkt über mir, während ich auf diesem riesigen Platz herumlief… als ich noch darüber nachdachte, ob ich gerade fasziniert oder panisch war, ersetzte ein abermals super heftiger Regenguss diese Gedanken durch “VERDAMMT!” bzw. “RENN!”. Das hat nur leider auch nicht viel weiter geholfen, denn ich bin auf dem Weg bis zur Bushaltestelle etwa so nass geworden wie Allie und Noah in ihrem Boot in dem Film “Wie ein einziger Tag”. An der Bushaltestelle konnte ich dann zumindest meinen Rücken und meine Tasche unter einem etwa 20cm breiten Vordach (3m über mir) einigermaßen trocken halten, während ich Mühe hatte, in meinen Flip-Flops nicht wegzuschwimmen ;-) – meine Beine hatten übrigens schon längst den ganzen Straßendreck abbekommen, den ich vorher mühsam vermieden hatte (ich erinnere an kurze Hose… aber die ist dafür wenigstens sauber geblieben). Während der ganzen 20 Minuten, die ich auf den Bus warten musste, ist der Regen leider nie auch nur ein bisschen weniger geworden, und ich habe unglaublich gefroren (ich habe übrigens schon seit Mittwoch eine Erkältung UND eine Blasenentzündung, weil es hier vorher auch schon zwei recht kühle Tage gab, wo ich mich natürlich falsch angezogen habe… darin bin ich scheinbar Spezialistin! Aber das Wetter hier ist auch gemein: Morgens scheint fast immer die Sonne)! Nach der Busfahrt musste ich auch wieder gut 5 Minuten bis nach Hause laufen, wo ich dann natürlich wieder von Neuem platschnass und dreckig geworden bin… besonders, als ich (ja im Dunkeln) aus Versehen mehrmals in eine 10cm tiefe riesige Pfütze getreten bin, aber irgendwie musste ich ja auch über die Straße kommen…

Zu Hause habe ich mich dann erst einmal von sehr vielen schwarzen Sprenkeln befreit und vor allem versucht, irgendwie zu trocknen. Geschlafen habe ich dann schließlich um 1h.

Jetzt, wo ich einmal drüber geschlafen habe, verbuche ich den Tag mal als (hoffentlich) einmaliges Erlebnis!

Cinque Terre

haben wir am Sonntag besucht: Es ist unglaublich schön dort, vor Allem dieses tolle Blau des Meeres!! Auch die Häuser sind sehr schön, mit ihren vielen verschiedenen Farben, und auch hier sind sie alle sehr eng nebeneinander gebaut, deswegen sind auch alle “Straßen” sehr eng, aber irgendwie gemütlich. Und am tollsten sieht es aus, wenn man vom Wasser aus oder aus größerer Entfernung auf die Städtchen schaut, da sie alle quasi auf Klippen über dem Meer gebaut sind.

Wir sind mit unserer Gruppe dann immer entweder mit dem Zug oder dem Schiff von Stadt zu Stadt gefahren, denn es war ein sehr heißer Tag und wenn wir den ganzen Weg gelaufen wären, würde wahrscheinlich keiner mehr von uns irgendwann noch einmal dorthinfahren wollen :-)

(Das einzig Blöde war, dass ich vorher intelligenterweise nicht daran gedacht habe, dass man dort auch schwimmen kann, daher hatte ich keine Schwimmsachen dabei, und deswegen saß ich, während alle anderen im bisher schönsten Meeresteil Italiens geschwommen sind, auf einem von vielen großen Felsbrocken nahe der Bucht und hab mich in T-Shirt und Rock gebräunt – also der Erfolg von Viareggio ist nun wieder dahin…)

Il Piazzale Michelangelo

ist ein Platz oberhalb von Florenz, mit einem unglaublich tollen Blick über die ganze Stadt, von wo aus jeden Abend viele Menschen dem Sonnenuntergang zuschauen. Genau das habe ich am Montag auch mit ein paar Freundinnen gemacht, und danach saßen wir noch lange auf einer großen Treppe an diesem Platz, die allgemein abends als Ort für Gespräche und einen grandiosen Blick über das nächtliche Florenz genutzt wird: Die Treppe sieht von unten dann eher aus wie eine Tribüne.

Hier auch die versprochenen Fotos, mehr oder weniger gelungen wegen dunkel…

Siena

Dort war ich am Samstag: Für mich bis jetzt die allerschönste Stadt in der Toskana!! Überschaubare Größe, erstaunlicherweise wesentlich weniger Touristen als in Florenz zum Beispiel, und wenn man nicht direkt durchs Stadtzentrum läuft, ist es direkt schon viel ruhiger und natürlicher. Am schönsten finde ich die unendlich vielen engen Gässchen, die sich immer überall vor, neben, hinter einem auftun, mit den wunderschönen Häusern aus rötlichem Stein, und dann noch das ein oder andere “Dreirad”-Auto… sehr gemütlich und romantisch :-) !

Der Trip wurde von unserer Schule organisiert, das heißt, wir wurden von einer unserer Lehrerinnen einmal in/um die Stadt geführt, durch eben diese wundervollen kleinen Gässchen, und schließlich auf den/die Piazza del Campo und zum Dom Sienas. Da es nach dieser Führung schon 1h mittags war, sind wir direkt essen gegangen, und danach waren wir (bzw. ich…) ziemlich müde, also sind die andere Deutsche, zwei Mexikanerinnen und ich schon mit dem nächsten Bus wieder nach Hause gefahren, ohne beispielsweise in den Dom zu gehen… was ich jetzt ein bisschen bereue :-) . Aber das Meiste habe ich ja gesehen, und ich bin ja noch jung und reise gerne, und (da ich nun schon 2mal in Siena war) aller guten Dinge sind 3…

Hier habe ich endlich auch mal ein paar Fotos gemacht (bzw. hunderte Fotos von diwersen kleinen Gässchen, aber da diese untereinander gewisse Ähnlichkeiten haben, reichen vermutlich ein paar aus, um sich – ein – Bild von Siena zu machen ;-) ):

(in Siena ist es nahezu unmöglich, ein Foto zu machen, ohne solch ein Straßenschild mit drauf zu haben… aber die Schilder passen ja bei solchen engen Gassen nirgendwo sonst hin so wie bei unseren verschwenderischen Straßen in Deutschland ;-) )

Die Gasse (oben) heißt übrigens Vicolo della Fortuna: Gässchen des Glücks – hoffen wir’s :-) !

Hier La Piazza del Campo:

Faszinierend, wie eng und gleichzeitig hoch die Häuser in toskanischen Städten gebaut sind…

Da sieht man doch sofort, in welchem Land ich bin, oder :-) ?

Der Dom:

Nee, der Schiefe Turm von Pisa steht immer noch dort, das ist nur das Werk meiner Kamera…

Und schließlich das Wahrzeichen Sienas: Das sind nicht Romulus und Remus, sondern die Söhne von Remus, Ascanio und Senio, die der Sage nach die Stadt Siena gegründet haben sollen.

(Entschuldigt die Bilder-Flut, ich bin eben sehr begeistert von Siena :-) )

Mangiamo in campagna

hieß es am Freitag: Wir essen “in der Landschaft” – ja, genau so viel konnte ich mir auch darunter vorstellen. Ein Picknick? Oder hat man etwa in Italien auch Schrebergärten? Hmmm…

Abends sind wir dann mit dem Auto “in campagna” gefahren, etwa 20 Minuten, und schließlich auf ein Grundstück gerumpelt – aha: diese wunderschöne Landschaft der Toskana, wo ich schon früher öfter durchgefahren bin, gehört also zum größten Teil Privatpersonen, die ganzen Olivenbaum-Haine sind also quasi wie bei uns Gärten…

In dem “Garten” meiner Gastfamilie befinden sich laut Luciano etwa 120 Olivenbäume, und allerlei Nützliches wie Tomaten, Basilikum, Zitronen – und Hühner. Die (beziehungsweise ihre Vorgängerinnen) haben wir dann auch gegrillt gegessen… hab mal versucht, nicht drüber nachzudenken (nicht gerade erfolgreich). Dann gab es noch florentinische Steaks (gibts laut Luciano NUR in Florenz! Am nächsten Tag seh ichs in Siena auf meiner Speisekarte… italienischer Stolz ;-) ): außen zwar schön braun und gut gewürzt, innen aber absolut roh! Nicht so harmlos wie das was ich in Deutschland schonmal zur Seite lege, weil ich mir nicht sicher bin, ob es ganz gar ist – nein, tatsächlich sah es so aus, und schmeckte auch so!, wie wenn man ein Stück Fleisch vor dem Braten in der Hand hält… ich hab dann das kleinste Stück genommen und es möglichst schnell runtergeschlungen ohne hinzusehen, und mich ansonsten auf den Tomatensalat konzentriert.

An sich war es sehr schön dort auf dem Land, endlich nochmal Natur statt bloß Stein, und abends hat es sich sogar einigermaßen abgekühlt auf eine angenehme Temperatur. Am Besten fand ich an dem Abend allerdings die Autofahrt!! Unglaublich, wie gut das nach 2 Wochen nochmal tun kann, nach ständigem – italienischem! – Busfahren und zu viel laufen ;-) .

Am Schluss sind wir dann noch zum Piazzale Michelangelo gefahren, von wo man einen unglaublichen Blick über Florenz hat, besonders nachts echt wunderschön!! (Bilder von einem weiterm Abend dort folgen noch)

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